Vorbereitung auf den Krisenfall

Das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hielt Ende November eine Krisenübung zur Afrikanischen Schweinepest ab. Ziel solcher Übungen ist die Optimierung der Kommunikation zwischen Bund und Ländern über Tierseuchen relevante Daten.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erklärte dazu:

"Eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland brächte schwere wirtschaftliche Folgen für alle Schweinehalter mit sich. Deshalb hat mein Haus bereits eine Reihe an Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Schon im August hat das BMEL eine Aufklärungskampagne an Autobahnraststätten, Parkplätzen und Autohöfen gestartet. Im September habe ich mich in Prag mit meinem tschechischen Amtskollegen Marian Jurečka über die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen ausgetauscht. Bei unserem Treffen haben wir die Etablierung einer tschechisch-deutschen Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt ASP vereinbart. Die bevorstehende mehrtägige Krisenübung von Bund und Ländern stellt einen weiteren wichtigen Baustein für die Vorbereitung auf eine mögliche Einschleppung der Seuche nach Deutschland dar – damit bereiten wir uns bestmöglich auf den Krisenfall vor."

Hintergrund zur Übung

Diese Kommunikation erfolgt über Lageberichte, die auf allen Ebenen der Verwaltung verwendet werden und so für eine lückenlose Information sorgen sollen. Geübt wird die Abfassung des Berichtes für einen Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen. Die mitübenden Länder (voraussichtlich alle) legen den Fundort für das infizierte Wildschwein fest und planen die erforderlichen Restriktionsgebiete (gefährdeter Bezirk und Pufferzone) unter tierseuchenrechtlichen und jagdrechtlichen Erfordernissen. Diese Gebiete sind bei Krankheiten der Wildtiere deutlich größer als bei Seuchen der Haustiere und die Übung wird die Dimension der erforderlichen Sperrmaßnahmen deutlich machen.

Der gefährdete Bezirk kann auch bei nur einem Nachweis von ASP bei einem Wildschwein schon einen Radius von 10 bis 15 Kilometern haben. In diesem Bezirk wird nach weiteren verendeten Wildschweinen gesucht, um festzustellen, wie weit die Seuche bereits vorgedrungen ist. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Jagdausübungsberechtigten der betroffenen Jagdreviere ist dabei essentiell, denn sie kennen das Revier und das Verhalten der Wildschweine in dem Revier. Die dabei aufgefunden Tiere können eine Anpassung des Gebietes erforderlich machen. In dem gefährdeten Bezirk werden auch Hausschweine als gefährdet angesehen und kontrolliert. Der Handel mit Schweinen aus diesem Bezirk ist nur unter Auflagen möglich, die diese Tierhaltungen wirtschaftlich sehr belasten, die aber notwendig sind, um die Hausschweinebestände zu schützen.

Die Pufferzone ist ein den gefährdeten Bezirk umgebendes Gebiet, in dem noch keine Seuche nachgewiesen wurde. In diesem Gebiet werden Wildschweine intensiv bejagt. Auch dies kann nur bei guter Zusammenarbeit mit den Jägern erfolgreich sein.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstellt aus den Berichten der Länder ein Lagebild für Deutschland, das Grundlage für weitere Entscheidungen und für die Information der Mitgliedsstaaten ist.

Der Artikel enthält Informationen aus einer BMEL Pressemitteilung

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Erich Keppler / pixelio.de

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