Ursache für Zitterferkel entdeckt

Das Geheimnis um die Zitterferkel wurde von Wissenschaftlern der Tierärztlichen Hochschule Hannover gelüftet. Ein bisher noch unbekanntes Virus in den Gehirnen und den Nervengeweben von Zitterferkeln soll dafür verantwortlich sein. Das Virus wurde vorübergehend als „Atypisches porzines Pestivirus“ (APPV) bezeichnet. Das Zitterferkelsyndrom wurde erstmals 1922 beschrieben.

 

Sind heranwachsende oder erwachsene Schweine von APPV befallen, verläuft die Infektion nach aktuellem Wissensstand klinisch unauffällig, da die Tiere keine Symptome aufzeigen. Erkranken jedoch Ferkel bereits vor der Geburt, zittern diese so stark, dass sie weder aufstehen, noch Muttermilch aufnehmen können. Je nach Ursache und Schweregrad sind die Überlebenschancen der Ferkel sehr unterschiedlich. Nach Angaben der Wissenschaftler seien vor allem junge Sauen während der ersten Trächtigkeit für die APPV-Infektion empfänglich. Hierbei übertragen die Sauen den Virus bereits auf die ungeborenen Ferkel.

Schweinehaltern kann nun geholfen werden
 

Die Wissenschaftler Dr. Alexander Postel und Professor Dr. Michael Wendt freuen sich über diese Entdeckung: „Mit der erfolgreichen Entwicklung sensitiver Genom- und Antikörper-Nachweismethoden können wir den Landwirten und Kollegen in der Schweinepraxis nun bei Problemen in Zitterferkel-Beständen möglicherweise weiterhelfen, sodass auch eine Sanierung in Problembeständen möglich sein wird.“

Zeitgleich mit der Entdeckung der Ursache für Zitterferkel durch deutsche Wissenschaftler, informiert eine Forschergruppe aus den USA, dass die Übertragung von APPV-positivem Schweineserum von einer klinisch unauffälligen Sau auf tragende Sauen unter experimentellen Bedingungen zur Geburt der Zitterferkel führt.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de

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