Thüringen: Bürgschaftsprogramm von 100 Mio. Euro für Milchbauern

Die Landesregierung Thüringen hat ein Agrar-Bürgschaftsprogramm aufgrund der anhaltenden schwierigen Lage auf dem Milchmarkt verabschiedet.

Der Bürgschaftsrahmen der Landwirte wird von jährlich fünf Millionen Euro in den Jahren 2016 und 2017 auf jeweils 50 Millionen Euro angehoben. Die Laufzeit des Bürgschaftsprogramms geht bis zum 31.12.2017.

Das Bürgschaftsprogramm soll die Liquidität der milcherzeugenden landwirtschaftlichen Betriebe sichern. „Die momentanen Erzeugerpreise für Milch liegen seit langem deutlich unter den Produktionskosten. Betriebliche Reserven sind in der Regel aufgebraucht. Um die Liquidität der Unternehmen zu sichern und damit einem größeren Betriebssterben entgegenzuwirken, sehe ich die Notwendigkeit zur Übernahme von Bürgschaften durch den Freistaat Thüringen zugunsten landwirtschaftlicher Unternehmen“, erklärt Landwirtschaftsministerin Birgit Keller. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Thüringer Landtags muss jedoch noch die Erhöhung des Bürgschaftsrahmens genehmigen.

Die Landwirtschaftsministerin setzt sich zudem für eine verbindliche Begrenzung der Milchherstellung auf EU-Ebene ein. Derzeit liegt der Milcherzeugerpreis in Thüringen bei durchschnittlich 22,4 Cent pro Kilogramm Milch. Der gegenwärtige durchschnittliche Milchpreis liegt demnach unter den Preisen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Landwirte können außerdem ihre Kosten mit dem niedrigen Milchpreisen nicht mehr decken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mussten bereits 4,5 Prozent aller Milchviehhalter ihren Betrieb einstellen. Das entspricht einem Minus von etwa 3.700 Milchkühen.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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