Soforthilfen für deutsche Milchbauern

Deutsche Milchbauern sollen angesichts der drastisch gesunkenen Milchpreise Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro erhalten. Dieses Ergebnis wurde nach dem Milchgipfel mit Vertretern von Landwirten, Molkereien und Handel in Berlin bekannt gegeben. Bundesagrarminister Schmidt kündigte zudem weitere Verhandlungen mit Brüssel über ein Liquiditätshilfeprogramm der EU an.

Das Soforthilfepaket sieht rund 78 Millionen Euro von der Bundesregierung zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung vor – auch 2017. Des Weiteren soll es eine Möglichkeit zur steuerlichen Gewinnglättung rückwirkend für drei Jahre in Höhe von rund 20 Millionen Euro geben. Bei der Veräußerung von landwirtschaftlichen Flächen wird ein steuerlicher Freibetrag die Landwirte unterstützen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Geld der veräußerten Flächen in die Schuldentilgung fließt und die Flächen nach dem Verkauf weiter bewirtschaftet werden.

Branchendialog Milch

„Wenn jeder seinen Beitrag leistet, könnten wir damit ein sehr großes Paket für unsere Bauern schnüren“, sagt Schmidt zu dem Soforthilfepaket und den Verhandlungen über das Liquiditätshilfeprogramm. Des Weiteren kamen die Marktbeteiligten zu dem Entschluss, einen Branchendialog Milch zu starten. Ziel des Branchendialogs Milch ist es, Vorschläge zu erarbeiten, wie kurzfristig die Milchmenge reduziert und langfristig die Marktstruktur neu geordnet werden kann. Schmidt erklärt die enorme Bedeutung des Branchendialogs Milch: „Wir wollen keine Landwirtschaft, die am Tropf von Hilfszahlungen hängt. Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise."

Alle Beteiligten des Milchgipfels waren sich einig, dass der Handlungsbedarf vor allem bei den Molkereien besteht. Diese müssen gemeinsam mit den Milchbauern neue vertragliche Lieferbeziehungen vereinbaren. Nur somit kann eine markt- und wertschöpfungsorientierte Mengenanpassung erreicht werden.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Lupo / pixelio.de

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