Selbstversorgung durch regionale Lebensmittel

Welches Potenzial hat der regionale Anbau für die Versorgung von Großstädten? Ernährungs- und Agrarwissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind dieser Frage nachgegangen. Am Beispiel von Berlin zeigen die Wissenschaftler, dass eine regionale Versorgung der Bevölkerung in Großstädten prinzipiell möglich ist. Dafür müssten sich jedoch die Anbaumuster der Landwirte und die Konsummuster der Verbraucher ändern.

Die Wissenschaftler haben Angebot und Nachfrage von Lebensmitteln in Berlin verglichen. Damit sich die Stadt selbst versorgen kann, müssten die landwirtschaftlichen Flächen des angrenzenden Brandenburgs zur Verfügung stehen. Diese wären ausreichend vorhanden. Derzeit werde auf den Flächen überwiegend Mais, Raps und Weizen als Futtermittel oder zur Energiegewinnung angebaut. Andere Kulturarten wie Obst, Nüsse, Gemüse und Hülsenfrüchte werden hingegen selten angepflanzt und sind so von ausländischen Flächen abhängig.

Selbstversorgung wäre möglich

Des Weiteren kommt hinzu, dass für Lebensmittel-Importe nach Deutschland zurzeit mehr Flächen beansprucht, als durch Exporte ausgeglichen werden. Diese negative Flächenbilanz könnte laut der Studie durch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln bei den Verbrauchern, in der Gastronomie dem Einzelhandel und dem restlichen Ernährungssektor verbessert werden. Nur durch die Reduktion von Abfall ergebe sich ein enormes Einsparpotential.

Laut der Studie liegt der regionale Flächenanteil für die Selbstversorgung der Berliner Bevölkerung bei 72 Prozent. Ein Fünftel der benötigten Flächen zur Bereitstellung von Lebensmitteln befindet sich außerhalb Europas, der Rest liegt in Europa. Grundsätzlich wären ausreichend Flächen für eine Selbstversorgung vorhanden, wenn die regionalen Versorgungsnetze dezentraler und die Wege kürzer wären.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

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