Neues Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein

Das Ministerium für Landwirtschaft von Schleswig-Holstein erarbeitete gemeinsam mit Schafhaltern, Jägern und Naturschützern ein neues Wolfsmanagement.

Grund dafür waren die steigenden Zahlen an Wolfsnachweisen und die vermehrten Meldungen über mögliche von Wölfen gerissene Tiere. Alle Ergebnisse sollen im Herbst in einer Broschüre veröffentlicht werden.

Die Entschädigungszahlungen sind unter anderem ein Schwerpunkt im Rahmen des Wolfsmanagements. Bislang lagen diese aufgrund des EU-Wettbewerbsrechts bei maximal 15.000 Euro pro Betrieb, begrenzt auf drei Jahre. Diese Höhe wurde jedoch in der Vergangenheit beinahe erreicht. Um für Fälle einer Überschreitung vorbereitet zu sein, wird das Ministerium eine Aufhebung der Grenze beantragen und dafür bei der EU die Förderrichtlinie notifizieren lassen. Demzufolge berechnen sich die Schäden in Zukunft nach einem Kalkulationsverfahren. Hinzu kommen Mitwirkungspflichten der Tierhalter. In Fällen von potentiellen Wolfsrissen müssen diese spätestens einen Tag nach dem Vorfall gemeldet werden. Um sicher sein zu können, dass gerissene Tiere durch einen Wolf gestorben sind, dürfen diese nicht bewegt werden, bis ein Wolfsbetreuer diese untersuchen konnte.

Umgang mit Wölfen bei Unfällen

Ein weiteres großes Thema ist der Umgang mit verletzten Wölfen nach Unfällen. Gemeinsam mit den Veterinärbehörden des Landes und der schleswig-holsteinischen Tierärztekammer wurde entschieden, dass Nottötungen durchgeführt werden können. Polizei und Tierärzte haben in diesem Fall eine vorweggenommene Ausnahmegenehmigung, um in schwerwiegenden Notfällen den Wolf von seinem Leid zu erlösen.

Hinzu kommt die Vereinbarung, dass Wölfe bei Begegnungen mit Menschen nicht gefüttert werden dürfen, da sie sich nicht an die Menschen gewöhnen sollen. Außerdem könnten die Wölfe bei Begegnungen mit anderen Menschen aufdringlich und aggressiv reagieren, wenn diese kein Futter dabei haben.

Um zukünftig noch bessere Arbeit leisten zu können, wurde die Zahl der Wolfsbetreuer von 40 auf 70 erhöht.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Rudolpho Duba / pixelio.de

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