Neue Gesetze und Verordnungen treiben Sauenhalter ins Aus

Rund zehn Prozent der niedersächsischen Sauenhalter gaben ihren Betrieb im vergangenen Jahr auf. Derzeit werden auf gerade noch 2.000 Höfen Sauen gehalten. Im Vergleich mit dem Jahr 2010 hat der aktuelle Sauenhalterstand um 40 Prozent abgenommen. Auch die Zahl der Sauen reduzierte sich.

Wurden im Jahr 2010 noch rund 565.000 Sauen gezählt, waren es 2016 nur noch knapp 480.000 Sauen. Diese werden überwiegen in kleinstrukturierten Betrieben gehalten. Das bedeutet, dass 1.500 Betriebe in Niedersachsen nur bis zu 149 Sauen halten. Immer mehr Vorschriften sorgen bei den Sauenhaltern für Verunsicherung und können auch Grund für den Rückgang der Betriebe sein. „Für uns Sauenhalter bleibt quasi kein Stein mehr auf dem anderen“, sagt Lars Prigge, Sauenhalter und Vorsitzender im Arbeitskreis Sauenhaltung des Landvolkes Niedersachsen. Nach der Umstellung der Gruppenhaltung folgte nun die Diskussion um den Kastenstand. Ein weiteres großes Thema ist derzeit das Kupieren der Ringelschwänze, sowie das Infrage stellen der betäubungslosen Ferkelkastration.

Durchschnittlich 240 Sauen im niedersächsischen Stall

Es ist zwar zu beobachten, dass sich viele kleine Sauenhalter für den Ausstieg entscheiden. Jedoch kommen keine größeren, neuen Sauenhalter hinzu, die diese Lücke füllen könnten. Die Folgen sind dementsprechend: Ferkel sind sehr knapp und die Lieferzeiten für potentielle Mäster lang. Aktuell stehen beim niedersächsischen Durchschnitt-Sauenhalter 240 Tiere im Stall. In unseren Nachbarländern sieht es hingegen ganz anders aus. Sauenhalter in Dänemark kümmerten sich im Jahr 2013 durchschnittlich um 603 Sauen. Sauenhalter in den Niederlanden betreuten im Durchschnitt 480 Sauen. „Die Tierhalter fühlen sich schlicht vorgeführt, wenn die Politiker beteuern, wie wichtig ihnen kleine Betriebe sind. Aber gerade die Bäuerinnen und Bauern auf kleinen Höfen werden durch immer neue Gesetze und Verordnungen entmutigt und verunsichert, sie entscheiden sich letztlich für das Aus“, meint Prigge.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: mondzart-hohenlohe / pixelio.de

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