NEC-Richtlinie: Deutschland muss Ammoniakausstoß verringern

Der Ammoniakausstoß muss in Deutschland bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Stand von 2005 um 29 Prozent verringert werden. Dies geht aus dem Kompromiss zur Novellierung der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe, der sogenannten NEC-Richtlinie, hervor.

Die NEC-Richtlinie legt für alle 28 EU-Länder spezifische Kürzungsvorgaben fest. Hiervon betroffen sind neben Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen und Feinstaub. Methan bleibt bei der NEC-Richtlinie außen vor. Oberstes Ziel des Regelwerks sei der Gesundheitsschutz, erklärte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella. Das umstrittene Ammoniakminderungsziel wurde jedoch noch angepasst, nur für Deutschland bleiben die vorliegenden Ziele bestehen. Die Vorgaben für Österreich, Frankreich, Großbritannien und Lettland haben sich zu deren Vorteil verändert. Für Österreich wurde das Ammoniakminderungsziel von 18 Prozent auf zwölf Prozent gesenkt, für Frankreich beträgt dieses nur noch 13 Prozent, für Großbritannien 16 Prozent und für Lettland nur noch einen Prozent. Der EU-Mittelwert liegt bei 18 Prozent.

Keine Verminderung des Tierbestandes notwendig

Der Deutsche Bauernverband und deutsche Agrarpolitiker kritisierten, dass deutsche Landwirte durch die NEC-Richtlinie im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten schlechter gestellt wären. Diesen Vorwurf wies die EU-Kommission jedoch zurück und betonte, dass die Festlegung der Lastenverteilung bei den Ländern liege und kleine landwirtschaftliche Betriebe von der Pflicht zur Minderung des Ammoniakausstoßes freigestellt werden könnten.

Eine Kommissionssprecherin betonte, dass weder die Pflicht, die Intensivierung voranzutreiben noch den Tierbestand zu vermindern bestehe. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Reduktion des Ammoniakausstoßes durch die Anwendung der bereits verfügbaren Techniken und Praktiken möglich sei. Für Modellvorhaben stehen zudem EU-Mittel zur Verfügung. In der Landwirtschaft stammen rund 80 Prozent des Ammoniakausstoßes lediglich von fünf Prozent der Betriebe. Es wird davon ausgegangen, dass die Minderungsangaben im Wesentlichen für diese Betriebe gelten dürften. Bevor die Richtlinie jedoch in Kraft treten kann, muss diese nun formell vom Parlament und Rat genehmigt werden.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Wandersmann / pixelio.de

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