Hessen ist Vorreiter in Sachen Tierwohl

In Hessen soll es zukünftig mehr Tierwohl geben! Die Mitglieder des „Runden Tisches Tierwohl“ wollen zum einen den Einsatz von Antibiotika bei Milchkühen reduzieren. Zum anderen sollen Kühe vor dem Schlachten auf Trächtigkeit untersucht werden.

Aber auch beim Schwanzkürzen von Lämmern und der Kastration von Rindern, Schafen und Ziegen gibt es neue Regeln. Insgesamt wurden von den Mitgliedern des „Runden Tisches Tierwohl“ vier Vereinbarungen getroffen. In der ersten Vereinbarung wird vorgesehen, den Einsatz von Antibiotika bei Milchkühen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Ein an der Praxis orientierter Kriterienkatalog zeigt Behandlungsstrategien auf, die auf einen Antibiotika-Einsatz verzichten. „Hessen nimmt hier in Deutschland eine Vorreiterrolle ein“, sagt die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz gegenüber topagrar.

Faire Bedingungen für Tiere

Eine weitere Vereinbarung betrifft das Schlachten trächtiger Rinder. Zwar ist ein rechtliches Verbot der Schlachtung trächtiger Rinder vom Bundestag beschlossen, jedoch noch nicht in Kraft getreten. Hier will Hessen bereits jetzt handeln. Ein Maßnahmenkatalog informiert über geeignete Trächtigkeitsuntersuchungen. Sollte eine Hochträchtigkeit vorliegen, muss die Geburt vor der Schlachtung abgewartet werden. Hinzu kommt die Vereinbarung, dass Rinder, Schafe und Ziegen, die mit einem Alter von weniger als vier Wochen kastriert werden sollen, dies nur noch unter Schmerzausschaltung und mit Hilfe von Schmerzmitteln erfolgt. Diese Vereinbarung ist rein gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber ein deutliches Zeichen für mehr Tierwohl.

Zuletzt wurde von den Vereins-Mitgliedern eine Vereinbarung bezüglich des Schwanzkürzens bei Lämmern getroffen. Rechtlich ist dies bis zum siebten Lebenstag mittels elastischer Ringe und ohne Betäubung zulässig. In Hessen soll dies nun nur noch bis zum dritten Lebenstag mit einer Schmerzbehandlung bei Zuchttieren möglich sein. Landwirtschaftsministerin Hinz lobt das Engagement der Vereinsmitglieder für mehr Tierwohl: „Von diesen werden nicht nur die Nutztiere, sondern auch wir Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Umwelt profitieren.“

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Umweltministerium / S. Feige

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