Grünen-Fraktionschef kritisiert Landwirtschaft

In seinem Buch „Fleischfabrik Deutschland“ prangert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter das System der Massentierhaltung an. Die Kernthese des Buches fordert keinen Totalverzicht, aber in Deutschland müsse der Weg hin zum bewussteren Fleischkonsum und einer nachhaltigen Landwirtschaft gegangen werden.

Hofreiter kritisiert, dass sich Deutschland nach China und den USA zum drittgrößten Schweinefleischproduzenten weltweit entwickelt hat. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Export von überschüssigen Fleischprodukten. Diese werden billig nach Afrika transportiert, sodass sich der Anbau vor Ort für Afrika nicht rentiere. Dies habe zur Folge, dass die Einheimischen als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa drängen.

Hofreiter macht Bundesregierung verantwortlich

Auch die fehlende Transparenz für die Verbraucher bemängelt Hofreiter. Wo Massentierhaltung drin stecke, müsse auch Massentierhaltung draufstehen. Verantwortlich für den derzeitigen Zustand macht Hofreiter unter anderem die Bundesregierung. Diese habe eine vernünftige Verteilung der Gelder versäumt. Aber auch Landwirte und Verbraucher seien Getriebene eines falsch aufgestellten Systems.

Des Weiteren weist Hofreiter darauf hin, dass zwar die Zahl der Mastschwein-Betriebe in den letzten 20 Jahren um etwa 90 Prozent auf rund 27.000 sank, jedoch die Zahl der geschlachteten Tiere zunahm. Die Großbetriebe setzen laut einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung auf Spaltenböden, anstatt den artgerechten Strohflächen. Dies hat den Vorteil, dass nicht mehr ausgemistet werden muss – jedoch zum Nachteil der Tiere. Der Trend in der Tierhaltung sieht auch einen vermehrten Einsatz von Antibiotika und einer automatisierten Fütterung vor.

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Anton Hofreiter

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