Finanzierung von Tierwohl in der Geflügelwirtschaft

Wie können Tierwohlmaßnahmen in der Nutztierhaltung finanziert werden? Darüber diskutiert derzeit die Agrarbranche – die Meinungen sind gespalten. Steht die Geflügelwirtschaft der Fleischsteuer positiv gegenüber, warnt der Handel davor, den Verbrauchern die Mehrkosten aufzubürden.

Bei den Finanzierungsüberlegungen sollen staatliche und private Tierschutzlabels mit einbezogen werden. Die Rewe-Gruppe ist der Ansicht, dass der Verbraucher die Mehrkosten für mehr Tierwohl in den Ställen nicht alleine tragen soll. Dabei setzt die Rewe-Gruppe auf eine staatliche Kofinanzierung. Eine entscheidende Rolle würden hierbei auch die Initiative Tierwohl, die Fleischindustrie und der Einzelhandel spielen.

Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium sieht in dem von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt geplanten staatlichen Tierwohllabel eine gute Basis. „In Deutschland haben wir bislang keine Erfahrung mit einem staatlichen Label, aber ich glaube, der Vertrauensvorschuss durch die Verbraucher ist groß“, so Aeikens gegenüber topagrar.

Der Präsident des niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke, ruft im Rahmen der Diskussion zu mehr Realismus auf. Dabei betont er, dass es nichts nütze, im Tierschutz spitze, aber nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Denn ein verbessertes Tierwohl, zum Beispiel eine geringere Besatzdichte in Ställen oder der Verzicht auf das Kürzen der Schnäbel führt zu Zusatzkosten, die die Landwirtschaft aktuell noch nicht vollständig ersetzt bekomme. Ripke hofft, dass die Finanzierungsfrage bis 2020 gelöst werden kann.

Quelle: www.kupconcept.de

<

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Suche

Newsletter

Tagcloud