Chancen und Risiken der Freihandelsabkommen

Derzeit arbeitet die Europäische Union weltweit an 46 Freihandelsabkommen. Diese haben Auswirkungen auf den Agrar- und Lebensmittelsektor. Insbesondere der europäische Milch- und Schweinefleischsektor würden laut Studien der EU-Kommission von den Abkommen profitieren. Der Rindfleischsektor sei allerdings überwiegend Risiken ausgesetzt.

Höchste Priorität hat in diesen Tagen das Freihandelsabkommen der EU mit Neuseeland. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker will dieses bis 2020 vom Tisch haben. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur dpa strebt Juncker an, dass die Verhandlungen nicht nach den üblichen fünf bis zehn, sondern bereits nach zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein sollen. Die EU ist für Neuseeland nach Australien der zweitgrößte Handelspartner. Wohingegen Neuseeland für die EU nur auf Rang 50 liegt. Das Tempo des EU-Kommissionschefs überrascht, da es zuletzt heftige Diskussionen um die Freihandelspolitik der EU gegeben hatte – Auslöser dafür war das mit Kanada vereinbarte Abkommen Ceta.

Studie über Auswirkungen der Handelsabkommen

Welche Auswirkungen die künftigen Handelsabkommen auf den Agrar- und Lebensmittelsektor haben werden, hat eine Studie der EU-Kommission mit zwölf potentiellen Ländern untersucht. Dazu zählen die bestehenden Abkommen mit der Türkei und Mexiko, die abgeschlossenen aber noch nicht vollständig in Kraft getretenen Abkommen mit Kanada (Ceta) und Vietnam, das Abkommen TTIP mit der USA – welches derzeit jedoch auf Eis gelegt wurde, sowie die sich im Verhandlungsstand befindlichen südamerikanischen Mercosurländer, Japan, Thailand, Indonesien, den Philippinen, Australien und Neuseeland. Die Studie prognostiziert einen erheblichen Zuwachs für den Milch- und Schweinefleischsektor der EU. Für den Rindfleisch- und Reissektor bestehen jedoch Risiken, die einen Rückgang der Erzeugerpreise nicht ausschließen.

Die Studienergebnisse bestätigen die EU-Kommission, dass ihr derzeitiger Ansatz in die richtige Richtung gehe, die Liberalisierung der Einfuhren sensibler landwirtschaftlicher Erzeugnisse bei den Verhandlungen der Abkommen zu beschränken. Chancen durch die Handelsabkommen sieht der EU-Kommission-Vizepräsident Jyrki Katainen auch für verarbeitete Lebensmittel: „Zuwächse insbesondere im Bereich der verarbeiteten Lebensmittel wirken sich auch positiv auf die Primärproduktion aus.“

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: TiM Caspary / pixelio.de

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