Brexit beeinflusst Schweinefleischimporte

Der Brexit übt nach ersten Prognosen voraussichtlich einen enormen Einfluss auf den Schweinefleischimport der Briten aus. Experten gehen davon aus, dass deutlich weniger Schweinefleisch aus der EU eingeführt werden wird.

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft berichtet, dass der britische Bauernverband AHDB für die Jahre 2017 und 2018 von einem geringeren Import von Schweinefleisch und dessen Produkten, sowie sehr hohen Exporten ausgeht.

Aufgrund des Brexits musste der britische Pfund einen Werteverlust hinnehmen. Dies führt wiederum dazu, dass Importe aus dem europäischen Raum teurer werden, jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte in EU-Länder steigt. Die Briten haben beispielsweise eine hohe Importnachfrage bei Bacon – dem sogenannten Frühstücksspeck. Insgesamt stiegt von 2010 bis 2016 laut AMI die Einfuhr der Fleischproduktion von 173.000 Tonnen auf 251.000 Tonnen an. Dabei ist Europa der wichtigste Handelspartner für Großbritannien. Mehr als die Hälfte aller britischen Importe stammen aus dem europäischen Raum.

Mögliche Handelsvereinbarungen

Nicht nur für Großbritannien, sondern auch für Deutschland hat der Brexit Auswirkungen auf die intensiven Agrarhandelsbeziehungen. Eine Studie des Thünen-Instituts für Marktanalyse erwartet im schlimmsten Fall eine Abnahme des Handelsvolumens im Schweine- und Geflügelbereich um mehr als zwei Prozent. Martin Banse, Leiter der Studie, geht jedoch von gegenseitigen Zugeständnissen der Länder aus, um den Export für deutsche Erzeuger weiterhin attraktiv zu gestalten.

Bis zum 29. März 2019 wird Großbritannien die EU nun endgültig verlassen – sofern die EU-Staaten nicht einstimmig vereinbaren, die Austrittsfrist zu verlängern.

Quelle: www.kupconcept.de

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