Würmer

Einer der auffälligsten Wurmschäden beim Schwein sind die bei der Schlachtung leicht feststellbaren„Milchflecken“ auf der Leber. Die Schädigung dieses zentralen Stoffwechselorgans führt zu Beeinträchtigungen der Futterverwertung und letztendlich zu einer reduzierten Mastleistung.

Neben den Entzündungsvorgängen in der Leber beobachtet man bei Wurmbefall – in Abhängigkeit von der Wurmart – Lungenentzündungen, Magen-Darm-Katarrhe, Blutbildveränderungen und Störungen der körpereigenen Abwehr.

Die äußeren Zeichen hierfür sind Gewichtsverlust, Kümmerwuchs, Durchfall, Husten, Infektionsanfälligkeit. Nicht selten lassen sich bakterielle Erkrankungen (Pneumonie, Ödemkrankheit) im Gefolge von Wurmbefall feststellen. Eine ebenfalls häufige Begleiterscheinung des Wurmbefalls ist Unfruchtbarkeit. Die durch Wurmbefall entstehenden Mastminderungen von z. T. über 50 %, die dadurch notwendige Verlängerung der Mastperiode, Aufzuchtschwierigkeiten und Jungtierverluste führen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen.

Die Rundwürmer (Nematoden) des Schweines entstammen mehreren Wurmfamilien. Der Befall ist dabei unterschiedlich verbreitet in Abhängigkeit von der Haltungsform, der Betriebsgröße und Aufstallungsform und auch vom Alter der Tiere. Auch das Management (Weidegang, Häufigkeit der Entmistung etc.) nimmt Einfluss auf die Häufigkeit und Stärke des Wurmbefalls. Die Infektion mit Ascaris suum ist die wirtschaftlich weitaus bedeutendste Parasitose bei Schweinen. Weitere Nematodeninfektionen werden verursacht durch Knötchenwürmer (Oesophagostomum spp.), Hyostrongylus rubidus (relativ selten) sowie Peitschenwürmer (Trichuris).

Spulwurm (Ascaris suum)
Der bedeutendste Schweinewurm ist der Spulwurm. Das Weibchen wird bis zu 30 cm lang und bis zu 5 mm dick. Ein solches Weibchen legt täglich rund 100.000 Eier, kurzfristig sogar bis 1,6 Millionen. Die Eier gelangen mit dem Kot in die Umwelt, reifen – durch die Eischale geschützt – zu infektionstüchtigen Larven heran und können in diesem Stadium mehrere Jahre überdauern und ansteckungsfähig bleiben. Die geschlüpften Larven durchdringen die Darmwand und lassen sich mit dem Pfortaderblut in die Leber transportieren. Bei ihrer Wanderschaft durch dieses Organ rufen sie eine teilweise massive Entzündung hervor. Bei 8 – 9 Wochen vor der Schlachtung befallenen Schweinen lassen sich diese Schäden als „Milchflecken“ feststellen. Diese Lebern werden bei der Schlachtung verworfen. Nach Durchwanderung der Leber werden die Larven mit dem Blutstrom über das Herz in die Lungen transportiert, bohren sich aus den Blutgefäßen in die Lungenbläschen, gelangen in die Luftröhre und von dort über den Rachen in die Speiseröhre um dann endgültig im Dünndarm zu schmarotzen. Die Lungenpassage kann von Husten, Atembeschwerden, Fieber und Abgeschlagenheit begleitet sein. Beim Schlachten solcher Tiere fällt die Lunge durch zahlreiche punktförmige Blutungen auf. Nicht selten siedeln sich im Verlauf der Lungendurchwanderung Bakterien an den Bohrstellen der Larven an, was zu schweren Lungenentzündungen führen kann. Die erwachsenen Spulwürmer verursachen im Darm durch ihre Eigenbewegungen (nervöse Reizungen), ihre ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte und den Nahrungsentzug Schäden. Treten diese Parasiten in Massen auf, kann es zu Darm- und Gallengangsverschluss kommen.

Knötchenwürmer (Oesophagostomum spp.)
In Europa gibt es drei Arten von Knötchenwürmern beim Schwein. DieseParasiten besiedeln ausschließlich den Blinddarm und den Dickdarm. Die Eier werden mit dem Kot ausgeschieden und in der Hauptsache beim Wühlen in der Einstreu aufgenommen. Die Larven der Knötchenwürmer durchlaufen keine Körperwanderung, sondern gelangen direkt in den Blind- und Dickdarm. Dort dringen sie in die Darmschleimhaut ein und führen zur Bildung von erbsengroßen Knötchen und auffälligen Schleimhautfalten. Diese Gewebsreaktionen verlaufen umso heftiger, je häufiger sich die Tiere infizieren. Die Entwicklungsphase im Gewebe geht mit schleimig-blutigen Durchfällen, Appetitlosigkeit, starken Gewichtsverlusten und mitunter sogar Todesfällen einher. Bei der Rückwanderung der Larven in das Darmlumen entstehen durch das Aufbrechen der Knötchen Verletzungen, die sich entzünden können. Die erwachsenen Würmer leben, an der Darmschleimhaut angeheftet, von Gewebe und Körpersäften und bleiben dort mindestens 200 Tage lang aktiv. Eine stark befallene Sau kann um den Zeitraum der Geburt mehrere Millionen Eier täglich ausscheiden! Auffällig ist, dass der Knötchenwurmbefall mit zunehmendem Alter der Schweine immer stärker wird. Besonders stark befallen sind daher ältere Sauen. Im Gegensatz zu Ferkeln und Läufern verläuft der Knötchenwurmbefall bei erwachsenen Tieren mehr chronisch-schleichend: häufig werden Fruchtbarkeitsstörungen, vermehrte Totgeburten und verringerte Wurfzahlen beobachtet, die Ferkel fallen zudem durch Mindergewicht auf.

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