Würmer

Labmagenwurm (Haemonchus contortus)

Der weltweit bedeutendste Rundwurm der Schafe ist der Labmagenwurm (Haemonchus contortus), der Erreger der Magenwurmseuche. Dieser blutsaugende Parasit ist die Ursache teils heftiger Entzündungen und Blutungen der Labmagenschleimhaut. Seine in den Drüsen des Labmagens schmarotzenden Larven sind die Ursache erheblicher Verdauungsstörungen, hervorgerufen durch eine starke Verringerung der Salzsäurebildung. Infolge dieser Veränderung stellt sich eine deutlich verminderte Wirksamkeit der Fermente ein und damit eine immer schlechtere Verwertung des Futters, insbesondere der Eiweißanteile. Bei frischen Infektionen sind Fieber, Blutarmut, eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, eine beschleunigte Atmung, geschwollene Lymphknoten und zunehmend stärker werdender Durchfall die typischen Leitsymptome. Eine charakteristische Folge des Bluteiweißverlustes über den Darm sind Ödeme im Kehlgangsbereich, der sog. „Wasserkropf“. Auffällig sind auch die Veränderungen des Haarkleids: das Wollwachstum geht zurück, die Haare werden brüchig. Eine deutlich verringerte Mastleistung und (wahrscheinlich) auch Fruchtbarkeitsstörungen sind ebenfalls auf den Wurmbefall zurückzuführen. Massive Krankheitsausbrüche werden meist im August beobachtet. Eine sehr zweckmäßige Anpassung dieser Würmer an das hormonelle Geschehen im Wirtstier ist deren sprunghaft verstärkte Eiproduktion im Frühjahr zum Zeitpunkt des Ablammens der Mutterschafe. Haemonchus contortus überwintert im Allgemeinen nicht auf der Weide. Ab dem frühen Herbst entwickeln sich die Larven zunehmend nicht mehr weiter, sondern verharren bis zum nächsten Frühjahr in einem Ruhestadium und werden erst dann geschlechtsreif. Eine wirkungsvolle Bekämpfung muss diesem Sachverhalt Rechnung tragen!

Monezia expansa

Foto: Schaf (Monezia expansa)

Bandwürmer sind obligate Parasiten, d. h. sie sind im adulten Entwicklungsstadium außerhalb des Wirts nicht überlebensfähig.

Der Lebenzyklus von Monezia spp.

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