Salmonellose

Salmonellen kommen weltweit vor. Es sind mehrere hundert serologisch unterschiedliche Erregertypen bekannt.
Die Rindersalmonellose ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die aufgrund der Zoonosegefahr staatlich bekämpft wird.
Sie ist eine bakteriell bedingte Erkrankung, die Rinder aller Altersgruppen befällt. Bei Kälbern werden hohe Verluste verbucht.

Ursachen

Die Salmonellose des Rindes wird hervorgerufen durch S. typhimurium, S. dublin und S. enteritidis.
Die Salmonellose verläuft vorwiegend unter dem Bild der Magen-Darm-Entzündung (Abomasoenteritis). Jedoch kann es auch zu septikämischen Erscheinungen mit einer Absiedlung in die Organe, zu einer sogenannten Organmanifestation kommen.
Bestandsenzootien sind bei dieser Erkrankung keine Seltenheit.
Reservoir stellt sowohl das Rind, als auch andere Tiere, wie das Geflügel, Wildvögel oder Nagetiere dar. Auch das Futtermittel kann als Vektor dienen und zu Infektionen führen. Nicht selten infizieren sich die Tiere auf Weiden, nach Überschwemmungen.
Abhängig vom Immunsystem kann sich eine Bakteriämie oder auch Septikämie entwickeln. Der Infektionsdruck ist entscheidend.

Symptome

Bei der akut-septikämischen Form, die innerhalb weniger Tage zum Tod führen kann, erkranken zumeist einzelne, gelegentlich mehrere Rinder nacheinander an fieberhafter Enteritis, die durch gelb-stinkende, oft blutige Durchfälle gekennzeichnet ist. Fibrinöse bzw. membranöse Darmausscheidungen werden auch beobachtet. Das Allgemeinbefinden ist von Anfang an hochgradig gestört, und innerhalb von 1 bis 2 Tagen kann der Tod eintreten. In manchen Fällen (S. dublin) kommt es zu Aborten im 4. bis 5. Trächtigkeitsmonat, zu Entzündungen von Gelenken (Arthritis) und Sehnenscheiden (Tendovaginitis), seltener zu Pneumonien, bei laktierenden Rindern zu Euterentzündungen (Mastitis).

Diagnose

Klinisch ist die Samonellose nicht eindeutig zu diagnostizieren. Alle akut fieberhaften, mit Störung des Allgemeinbefindens einhergehenden, blutigen Durchfallerkrankungen gelten als verdächtig.
Die bakteriologische Kotuntersuchung, die mit der Bestimmung des Serovars oder zumindest der Serogruppe verbunden ist, ermöglicht eine Stellung der Diagnose. Das Erstellen eines Antibiogramms ist ratsam. Serologische Untersuchungen sind wenig hilfreich. Der Erreger befindet sich im Darminhalt, Gallenblasenflüssigkeit, Leber, Niere, Lymphknoten und in der Milz.
Mehrere Kotuntersuchungen sind notwendig, um die Dauerausscheider zu finden.
Bei der Sektion verendeter Tiere finden sich neben einer akuten katarrhalischen bis hämorrhagischen Enteritis gelegentlich Blutungen in der Schleimhaut der Harnblase und subpleural, eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) und ein hyperplastischer Milztumor.
Die Infektionsgefahr liegt u.a. bei den latent infizierten Dauerausscheidern.

Bei der Differentialdiagnose kommen alle parasitären Enteritiden, fütterungsbedingter Durchfall, BVD / MD, eventuell auch die Paratuberkulose und die Amyloidnephrose in Betracht

Prophylaxe

Hier kommen besonders die Weidepflege, Trockenlegung oder Absperrung feuchter Bereiche mit stauender Nässe auf den Weiden, systemische Leberegelbekämpfung, Auftrieb nur klinisch gesunder Tiere, Quarantäne neu zugekaufter Tiere, besonders Kälber und bakteriologische Kotuntersuchungen in allen Verdachtsfällen in Betracht.
Eine Impfung des Bestandes gegen Salmonellen ist empfehlenswert.

Therapie

Die Behandlung septikämischer Formen kommt bei einem akuten Verlauf meist zu spät. Die orale Applikation von Antibiotika ist bei rumenierenden Tieren wegen der Gefahr der Schädigung der Vormagenflora und –fauna wenig sinnvoll. Die parenterale Applikation eines antibakteriellen Therapeutikums sichert eine effiziente Behandlung.

Im Vordergrund aller Bekämpfungsmaßnahmen stehen daher hygienische Maßnahmen. Bei subakutem Verlauf mit Organansiedlung ist die antibakterielle Behandlung möglich, soweit nicht die Tötung vorgezogen wird.
Die praktische Durchführung und Anwendung der bestehenden tierseuchenrechtlichen Vorschriften sind einzuhalten.

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