Rota-, Coronavirose / Neugeborenen-Diarrhö

Die Erkrankung kommt besonders häufig am Ende des Winterhalbjahres vor. Es können bis zu 100 % der neugeborenen Kälber betroffen sein. Die Tiere versterben ohne Therapie innerhalb weniger Tage an einem raschen Kräfteverfall.
Kälberdurchfälle treten schon in den ersten Wochen nach der Geburt auf. Die Tiere werden gesund geboren, weisen nach einigen Tagen oder Wochen eine hellgelb-wässrige Kotbeschaffenheit auf.
Die Erkrankung bleibt über mehrere Jahre im Betrieb existent.

Ursachen

Die Neugeborenen-Diarrhö wird durch Rota- und Coronaviren verursacht. Die Viren kommen weitverbreitet bis ubiquitär vor. Erkrankungen bei adulten Tieren werden nicht beobachtet. Die Infektionen verlaufen subklinisch.
Da beide Viren nur geringe antigene Eigenschaften besitzen, kommt es selbst in stark verseuchten Gegenden zu einer geringen bis mittleren maternalen Antikörperbildung. Inkubationszeiten von 12 Stunden bis 3 – 5 Tagen werden erwähnt. Bei einer oralen Infektion, während oder nach der Geburt, erkranken die Kälber im Alter von 2 bis 3 Wochen. Die Mortalität bei einer Coronavirus-Infektion ist oftmals geringer, als bei einer Rotavirus-Infektion.
Bei ca. 50 % der Erkrankungen bestehen zugleich respiratorische Störungen, wie Rhinitis, Tracheitis oder Bronchopneumonie. Es kommt jedoch in den meisten Fällen nur zu einer Abomasoenteritis.

Symptome

Die Kälber werden gesund geboren, erkranken jedoch bereits 12 bis 24, meist aber 48 bis 72 Stunden nach der Geburt an einer Rotavirus-Infektion. Der Kot ist grau-grün bis hellgelb. Zum Teil zeigt er eine schaumige Beschaffenheit. Die Kotbeschaffenheit ist anfangs mittelbreiig, später dünnbreiig bis wässrig. Der Appetit nimmt mit der Dauer der Erkrankung ab. Die Kälber werden apathisch und körperlich geschwächt. Selten bekommen sie Fieber. Die klinischen Allgemeinstörungen sind vom Ausmaß der Enteritis abhängig. Klinische Erscheinungen, wie Exsikkose (herabgesetzter Hauttugor), struppiges Haarkleid, Festliegen bis hin zum Tod können beobachtet werden. Die Coronavirus-Infektion weist weitgehend die Krankheitserscheinungen einer Rotavirus-Infektion auf. Der Kot ist grau-grün gefärbt, oft von einer suppig-gallertigen Beschaffenheit. Der Verlauf ist protrahiert, subakut bis chronisch. Abmagerung, Exsikkose und späteres Kümmern sind ausgeprägter, als bei einer Rotavirus-Infektion.

Diagnose

Der Vorbericht ist für diese Infektion typisch. Die Erkrankung tritt enzootisch gehäuft direkt nach der Geburt auf, es besteht eine hohe Mortalität und die Vorbehandlungen verliefen bis zu diesem Zeitpunkt erfolglos.
Der Erregernachweis mittels Elektronenmikroskop und ELISA ist möglich. Schnelltests (ELISA) sind im Handel erhältlich, die zuverlässig und in der Praxis leicht anzuwenden sind.
Oftmals kann bakteriologisch eine Mischinfektion mit E. coli nachgewiesen werden.

Andere Viren, wie Picorna-, Parvo- und Bredaviren, bakterielle Keime, insbesondere E. coli, seltener Salmonellen, ferner Kokzidien oder Kryptosporidien können als mögliche Differentialdiagnose herangezogen werden.

Prophylaxe

Zur Prophylaxe der Rota- und Coronavirus-Infektion haben sich die sogenannten „Muttertiervakzinationen“ in Form von Kombinationensvakzinen (Rota-, Corona-, Parvovirus, E. coli) bewährt, die 8 und 4 Wochen vor dem Kalbetermin an das Muttertier verabreicht werden. Die Kolostrumgabe frühzeitig und mehrere Tage lang ist daher sehr wichtig. Schluckimpfungen vor der Kolostrumgabe werden ebenfalls in der Praxis durchgeführt.

Therapie

Aufgrund der fortschreitenden Blutazidose und der bestehenden Exsikkose ist eine orale oder parenterale Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr unbedingt notwendig.
Oral können E. coli-wirksame Antibiotika (nach einem durchgeführten Antibiogramm)z. B. von BAYER, Probiotika, Vitamine, Styptika, Labfermente usw. zugeführt werden.

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