Eutererkrankungen

Krankheitserreger können leicht durch den Strichkanal und Verletzungen der Euterhaut eindringen. Sie finden in der Milch einen hervorragenden Nährboden und außerdem meist eine lokal überforderte Immunabwehr. Die Mastitis betrifft nicht nur das Drüsenparenchym und das Interstitium, sondern auch die milchableitenden Wege wie die Milchgänge, Zisterne und Zitze. Häufige Ursachen einer Mastitis sind mangelnde Melkhygiene und -technik, unvollständiges Ausmelken und massiver Fliegenbefall.

Es gibt drei relevante Mastitis-Formen: Die häufigste Form ist die Mastitis catarrhalis, welche sich in drei Verlaufsformen, der subklinischen, chronischen und der akuten Form, manifestieren kann. Die Erreger, meist grampositive Kokken, breiten sich leicht über das Melksystem aus. Die Mastitis apostematosa kennzeichnet sich durch das mit Abszessen und nekrotischem Gewebe verhärtete Euter. Die Milch ist ein wässriges Sekret. Häufiger Erreger ist Arcanobacterium pyogenes; es kommen auch Mischinfektionen mit Kokken und gramnegativen Keimen vor. Die apostematöse Euterentzündung ist häufig von Polyarthritiden (Gelenkentzündungen) begleitet und nicht nur dann prognostisch als schlecht zu beurteilen. Die Mastitis phlegmonosa tritt meist peripartal (also um die Geburt) auf, z. B. als Folge von infizierten Geburtsverletzungen und Genitalkatarrhen, und ist von einem dramatischen Verlauf mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und Fieber geprägt. Neben coliformen Keimen gehören Pseudomonaden, Staphylokokken und Anaerobier zu den typischen Erregern, welche im Euter infizieren und zu starker Ödematisierung und Schmerzhaftigkeit führen.

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