Pasteurellose – eine verlustreiche Infektion

Die Pasteurellose des Geflügels (syn.: „Geflügelcholera") ist eine grundsätzlich alle Vögel jeder Altersgruppe gefährdende, kontagiöse Erkrankung mit vorwiegend septikämischem Verlauf. Mildere Verlaufsformen führen zu mehr oder weniger schweren Erkrankungen, hauptsächlich des Respirationstraktes. Betroffen sind in erster Linie Hühnervögel, häufig nach der Einwirkung von Stressfaktoren (andere Grundkrankheiten, Infektionen, Transporte, schlechtes Stallklima). Der Erreger der Geflügelcholera ist Pasteurella (P.) multocida, Kapseltyp A. Die Infektion erfolgt meist aerogen von Tier zu Tier, der Erreger kann aber auch durch andere lebende (z. B. Nagetiere!) und unbelebte Vektoren übertragen werden. Erregerreservoir sind latent infizierte Tiere; die Inkubationszeit beträgt zwischen 4 Stunden und mehreren Tagen.

Man unterscheidet drei Verlaufsformen der Erkrankung:
Perakute Verlaufsform
Sehr plötzlicher Tod ohne Krankheitssymptome, vermutlich durch hochgradigen Endotoxinschock hervorgerufen. Pathologisch-anatomisch sind kaum Veränderungen zu finden.
Akute Verlaufsform
Mattigkeit, Dyspnoe, Inappetenz, Diarrhöe, Zyanose der Kopfanhänge, Unterhautödeme und akute Todesfälle prägen das Krankheitsbild. Bei der Sektion finden sich petechiale Blutungen, insbesondere im Bereich der Trachea und des Herzens, sowie Hepatitiden, Leberödeme und Darmentzündungen.
Chronische Verlaufsform
Diese Form ist durch Leistungsrückang, Ataxie, Schwellungen der Kehllappen und Gelenke und gelegentliche Mittelohrentzündungen bei geringer Mortalität gekennzeichnet.

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